Jessup Moot Court

Die DMA freut sich, dass auch in der neuen Saison wieder ein Düsseldorfer Team am Philip C. Jessup Moot Court teilnehmen wird. Die akademische Leitung liegt, wie in den vergangenen Jahren, bei Frau Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof. Das Team wird bei seiner Arbeit von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Thorsten Bischof und den Student Coaches Lea Prehn, Lisa Qashou, Tobias Brickwedde und Paul B. Jahn unterstützt.

Beim Philip C. Jessup Moot Court handelt es sich um den größten und ältesten internationalen Wettbewerb auf dem Gebiet des Völkerrechts. Gegründet wurde er 1959 von Studierenden der Harvard und der Columbia University sowie der University of Virginia und wird seither jährlich von der International Law Students Association (ILSA) organisiert. An dem Wettbewerb nehmen etwa 1.500 Studierende von über 500 Universitäten aus etwa 80 Ländern teil.

Der Sache nach geht es um eine simulierte Gerichtsverhandlung in englischer Sprache vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag. Die Teams repräsentieren die streitenden Staaten sowohl auf Kläger- wie auch auf Beklagtenseite und müssen durch Einreichung von Schriftsätzen („Memorials“) und in einer mündlichen Verhandlung („Pleadings“) – jeweils in englischer Sprache – zunächst in einem nationalen Vorausscheid gegen die Teams der anderen nationalen Universitäten antreten. In Deutschland nehmen regelmäßig rund 20 Universitäten an den sog. „National Rounds“ teil, die zugleich als Qualifikationsrunde für die International Rounds in Washington, D.C. dienen. Dabei qualifizieren sich die beiden besten deutschen Teams bei bis zu 16 teilnehmenden Teams und die besten drei bei über 16 teilnehmenen Teams. In Washington treffen sich die jeweils besten Teams aus mehr als achtzig Staaten, um in zahlreichen Runden mündlicher Verhandlungen das beste Team auszuspielen. Richter sind bei den nationalen und internationalen Ausscheidungsrunden jeweils angesehene Professoren und Praktiker, sowie Richter des BVerfG, des IGH, des EuGH oder des EGMR.

Unter den vielen verschiedenen Wettbewerben ragt der Jessup Moot Court als traditionsreichster und mit Abstand bekanntester Wettbewerb für das Völkerrecht her­aus. Alle Teilnehmer erhalten im September des jeweiligen Jahres den Fall und haben bis Anfang Januar Zeit, ihre beiden Schriftsätze anzufertigen und einzureichen. Bis zu der nationalen Vorausscheidung bereiten sie sich dann gezielt auf die Plädoyers mit Hilfe der Coaches, Professoren aber auch der Anwaltschaft vor, um die Zwischenfragen der Richter kompetent und souverän beantworten zu können.

Aufgrund des nicht zu verachtenden Arbeitspensums werden von den Studenten die Vorlesungen des jeweiligen Semesters während der Teilnahme am Moot Court regelmäßig nicht mehr besucht. Allerdings ersetzt das Moot Court Seminarzeugnis zum einen vollständig die im jeweiligen Semester notwendige Übungsklausur die Studenten und zum anderen bewirkt die Teilnahme am Moot Court eine Erhöhung des Gesamtdurchschnitts bei der Bewerbung zum Schwerpunkt um drei Punkte. Darüber hinaus sorgt die Teilnahme an einem Moot Court nach § 25 Abs. 2 Nr. 5 JAG NRW zur Anerkennung eines Freisemesters mit Blick auf den sog. „Freischuss“ des Staatsexamens. Letztlich werden die Teilnehmer bei dem Wettbewerb vom Lehrstuhl für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht sprachlich und fachlich intensiv betreut und können so ihre juristischen und persönlichen Fähigkeiten in einer für das Studium einzigartigen Art und Weise weiter ausbauen.